Dante und Vergil
Originaltitel: Dante and Virgil
kurzbeschreibung
Edgar Degas radierte 1857 die Begegnung von Dante und Vergil: Zwei Dichter stehen sich in einem abgedunkelten Raum gegenüber, ganz ins Gespräch vertieft. Von den drei Zuständen der Platte ist dies der zweite – und nur ein einziger Abzug davon ist überliefert.
Beschreibung
Zwei Gestalten füllen die Mitte des Blattes. Links steht eine Figur in hellen, langen Gewändern mit Kopfbedeckung, rechts eine zweite in dunklerer, ebenfalls langer Kleidung und mit Kopfbedeckung. Sie wenden sich einander zu, als tauschten sie Worte aus. Hinter ihnen liegt ein finsterer Grund, den dichte Schraffuren überziehen und der dem Ganzen etwas Düsteres gibt. Unten im Bild sind lateinische Worte eingetragen.
Kontext
1857 hielt sich Degas in Italien auf, wo er sich eingehend mit der dortigen Kunst und Literatur befasste. Das Sujet verweist auf Dantes „Göttliche Komödie“, in der Vergil den Dichter durch die Hölle geleitet. In dieser Zeit orientierte sich Degas noch stark an der Historienmalerei, ehe er sich später dem Impressionismus zuwandte. Der Abzug ist der einzige bekannte des zweiten Zustands und lässt erkennen, wie experimentierfreudig der junge Künstler arbeitete.
Wirkung
Die düstere Umgebung mit ihren feinen Schraffuren ruft eine ernste, nachdenkliche Stimmung hervor. Weil die beiden Figuren so nah beieinander in der Bildmitte stehen, wirkt das Blatt intim und fast meditativ.
Technik
Eine Radierung mit Kaltnadelarbeit auf Büttenpapier. Ätzung und Kaltnadel zusammen bringen sowohl feine, präzise Linien als auch weichere, unscharfe Partien hervor. Vom zweiten Zustand der Platte, der Überarbeitungen zeigt, ist nur ein einziger Abdruck bekannt.
KI-generierter Beschreibungstext
Quelle: Metropolitan Museum of Art · Gemeinfrei (CC0 1.0)