Studie für „Madame Théodore Gobillard“ (Yves Morisot) (1869, Met-Objekt 491)
Originaltitel: Study for “Madame Théodore Gobillard” (Yves Morisot)
kurzbeschreibung
Edgar Degas zeichnete 1869 mit Graphitstift eine Vorstudie zu seinem Gemälde „Madame Théodore Gobillard“. Dargestellt ist Yves Morisot, die auf einem Sessel sitzt, den Kopf nach links dreht und ein faltenreiches Kleid trägt. Das hochformatige Blatt misst 33,3 × 44 cm.
Beschreibung
Eine sitzende Frau wendet sich nach links. Ihr Kleid mit Falten und Rüschen fällt von der Schulter herab. Das Haar ist zu einem lockigen Zopf gebunden. Die Umgebung bleibt karg: eine leere Wand und ein Stück eines Möbels, wohl eines Sessels. Der Bildaufbau rückt die Figur ganz in den Vordergrund. Farbe gibt es nicht, alles ist in Grautönen gehalten. Das Licht wirkt gleichmäßig, ohne Schattenwürfe. Der Stil ist realistisch, mit Augenmerk auf Stofflichkeit und Gewandfalten.
Kontext
1869 entstand diese Zeichnung als Vorarbeit für ein Porträt von Yves Morisot, der Schwester der Malerin Berthe Morisot, die später Théodore Gobillard heiratete. Das Gemälde gehört in das Umfeld der Familie Morisot, mit der Degas eng verbunden war. Vermutlich diente das Blatt dazu, den Aufbau zu klären und den Faltenwurf des Kleides zu erfassen. Für Degas war solch ein Vorgehen typisch: Er skizzierte Figuren oft mehrfach, ehe er sie in Öl ausführte.
Wirkung
Präzise Linien und die ruhige, gesammelte Haltung der Sitzenden prägen das Blatt. Weil alles Unnötige weggelassen ist, entsteht eine intime, beinahe private Stimmung. Der Faltenwurf des Kleides bringt lebendige Textur ins Bild und lenkt den Blick auf die handwerkliche Sorgfalt des Künstlers.
Technik
Ausgeführt ist die Arbeit als reine Graphitzeichnung auf Papier, mit feinen Strichen und Schraffuren. Diese Technik erlaubt es, Stoffstrukturen und Gesichtszüge genau wiederzugeben. Dass das Licht gleichmäßig verteilt ist und Schatten fehlen, spricht für eine kontrollierte, sorgfältige Strichführung.
KI-generierter Beschreibungstext
Quelle: Metropolitan Museum of Art · Gemeinfrei (CC0 1.0)