Studie für Vieille Italienne (Vorderseite); Gewandstudie (Rückseite)
Originaltitel: Study for Vieille Italienne (recto); Drapery Study (verso)
kurzbeschreibung
1856, im Jahr seines Italienaufenthalts, fertigte Edgar Degas diese Graphitzeichnung einer sitzenden, in sich gekehrten Frau. Das Blatt trägt auf der Vorderseite eine Studie für das Gemälde 'Vieille Italienne', auf der Rückseite eine eigenständige Gewandstudie. Es misst 43,3 x 29,5 cm.
Beschreibung
Zu sehen ist eine Frau in sitzender Haltung. Die Arme hat sie vor dem Körper verschränkt, die Hände hält sie vors Gesicht – eine Gebärde, die auf Nachdenken oder Trauer schließen lässt. Ein langes Gewand umhüllt sie und verdeckt teilweise ihr Gesicht. Die Falten und Schattierungen des Stoffes sind sorgfältig herausgearbeitet, sodass Textur und Gewicht des Materials spürbar werden. Der Hintergrund bleibt weitgehend leer; dadurch rückt die Figur in den Mittelpunkt. Unten rechts finden sich Signatur und Datierung 'Nov. 1850'.
Kontext
Das Blatt entstand 1856, als Degas sich in Italien aufhielt und dort die Kunst der Renaissance studierte. 'Vieille Italienne' (Alte Italienerin) war ein Thema, das er in jenen Jahren mehrfach bearbeitete. Die Studie dürfte als Vorarbeit für ein Gemälde oder eine größere Komposition gedient haben. Die Rückseite mit der Gewandstudie belegt, wie genau Degas Stoffe und ihre Drapierung erfassen wollte.
Wirkung
Eine ruhige, intime Stimmung geht von der Zeichnung aus, hervorgerufen durch die geschlossene Körperhaltung und den leeren Hintergrund. Die differenzierte Schattierung gibt der Figur eine fast plastische Präsenz, obwohl sie nur mit Graphit ausgeführt ist. Das Bild wirkt wirklichkeitsnah und einfühlsam, ohne ins Sentimentale abzugleiten.
Technik
Ausgeführt ist das Werk in Graphit auf Papier – ein Mittel, das feine Übergänge von Hell zu Dunkel erlaubt. Degas arbeitete mit unterschiedlicher Strichdichte und Schraffuren, um Licht und Schatten zu formen. Die monochrome Grauskala ist für Graphitzeichnungen charakteristisch und unterstreicht die formale Klarheit des Aufbaus.
KI-generierter Beschreibungstext
Quelle: Metropolitan Museum of Art · Gemeinfrei (CC0 1.0)