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Selbstporträt in der Bibliothek (Hand am Kinn)

Originaltitel: [Self-Portrait in Library (Hand to Chin)]

Künstler
Edgar Degas
Datierung
probably 1895
Technik
Gelatin silver print
Maße
Image: 5.8 x 8.7 cm (2 5/16 x 3 7/16 in.) Mount: 15 x 12 cm (5 7/8 x 4 3/4 in.)
Herkunft
Bequest of Robert Shapazian, 2010

kurzbeschreibung

Anders als viele Selbstbildnisse des 19. Jahrhunderts, die den Künstler im Atelier vor der Staffelei zeigen, versetzt Edgar Degas sich hier in eine Bibliothek. Die Aufnahme entstand vermutlich 1895 und liegt als Gelatinesilberdruck vor, ein Verfahren, das Degas in seinen späten Jahren für fotografische Versuche nutzte. Mit nur 5,8 x 8,7 cm fällt das Blatt sehr klein aus, was den privaten, zurückgezogenen Zug des Bildes verstärkt.

Beschreibung

Ein Mann erscheint im Halbprofil, den Kopf zur Seite gedreht, sodass nur ein Teil des Gesichts sichtbar bleibt. Die rechte Hand stützt das Kinn, das Haar ist straff nach hinten gekämmt, am Oberkörper zeichnet sich ein Hemd ab. Hinter ihm verschwimmen Bücherregale, dazwischen deutet sich möglicherweise ein Tisch an. Die Oberfläche des Abzugs wirkt leicht abgerieben, kleine Flecken und Randabnutzungen sind vorhanden.

Kontext

In den 1890er Jahren begann Degas, sich mit der Fotografie zu beschäftigen und mit Belichtung sowie Bildaufbau zu experimentieren. Das vorliegende Selbstporträt dürfte in seinem Atelier entstanden sein, das ihm zugleich als Bibliothek diente. Die unscharfen Regale verweisen auf dieses intellektuelle Umfeld. Dass das Format so klein und die Haltung so ungezwungen ist, spricht dafür, dass der Abzug nicht für ein Publikum gedacht war.

Wirkung

Der seitlich gewandte Kopf und die Hand am Kinn verleihen dem Bild einen nachdenklichen, beinahe entrückten Ausdruck. Weil der Hintergrund unscharf bleibt, treten die Gesichtszüge des Künstlers stärker hervor. Die Abnutzungsspuren des Papiers verleihen dem Blatt eine historische Aura und betonen, dass es sich um ein persönliches Dokument handelt.

Technik

Verwendet wurde ein Gelatinesilberdruck, bei dem Silberhalogenide in einer Gelatineschicht lichtempfindlich gemacht werden — ein für die Zeit modernes Verfahren. Die geringen Maße lassen auf einen Kontaktabzug vom Negativ schließen. Flecken und Abreibungen gehören zu den typischen Alterserscheinungen solcher Materialien.

KI-generierter Beschreibungstext

Quelle: Metropolitan Museum of Art · Gemeinfrei (CC0 1.0)