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Der heilige Hieronymus an der Kopfweide

Originaltitel: Saint Jerome by the Pollard Willow

Künstler
Albrecht Dürer
Datierung
1512
Technik
Drypoint; second state of three
Maße
sheet: 8 1/4 x 7 1/16 in. (21 x 17.9 cm) trimmed to plate line
Herkunft
Fletcher Fund, 1919

kurzbeschreibung

Das Werk zeigt den heiligen Hieronymus in einer felsigen Landschaft, umgeben von einem Löwen, einem Buch und einem Kruzifix. Albrecht Dürer schuf das Blatt 1512 in der Technik der Kaltnadelradierung; es liegt hier im zweiten von drei Zuständen vor.

Beschreibung

Im Zentrum sitzt ein alter Mann mit langem, weißem Bart und kahlgeschorenem Kopf, die Hände in Gebetsgeste gefaltet. Vor ihm liegt ein offenes Buch auf einer Steinplatte, daneben stehen ein Kruzifix und eine Schale mit einer Taube. Unten links ruht ein Löwe am Ufer eines Gewässers, rechts erhebt sich eine kahlstämmige Kopfweide. Hohe Felswände rahmen die Szene, im Hintergrund ist eine Landschaft mit Turm erkennbar, oben mittig das Datum „15 12“ in einer Kartusche.

Kontext

Dürer schuf das Blatt 1512 in Nürnberg, einer Zeit, in der er sich intensiv mit grafischen Techniken auseinandersetzte. Die Kaltnadelradierung war damals eine relativ neue Technik, die nur wenige Abzüge ermöglichte. Das Motiv des heiligen Hieronymus war in der Renaissance beliebt und symbolisierte Gelehrsamkeit und asketische Frömmigkeit. Die Darstellung gehört zu einer Reihe von Heiligenbildern, die Dürer in dieser Phase anfertigte.

Wirkung

Die feinen, dichten Linien erzeugen eine ruhige, kontemplative Stimmung, die zur Meditation einlädt. Die monochrome Darstellung lenkt den Blick auf die detailreiche Wiedergabe von Texturen und Licht, was dem Blatt eine besondere Intimität verleiht.

Technik

Das Werk ist eine Kaltnadelradierung, bei der die Linien direkt in die Kupferplatte geritzt werden, was einen weichen, leicht unscharfen Effekt ergibt. Durch den Grat, der beim Ritzen entsteht, wird die Farbe unregelmäßig aufgenommen, was charakteristische dunkle, samtige Linien erzeugt. Das Blatt ist auf die Plattenkante beschnitten, was für frühe Abzüge typisch ist.

KI-generierter Beschreibungstext

Quelle: Metropolitan Museum of Art · Gemeinfrei (CC0)