Karneval
Originaltitel: Carnival
kurzbeschreibung
Henri de Toulouse-Lautrec schuf 1894 die Lithographie „Karneval“. Sie zeigt eine Frau im Karnevalskostüm, die sich die Nase putzt. Ausgeführt ist das Blatt als Crayon- und Pinsellithographie mit Schaber in Olivgrün und Rot auf Büttenpapier. Es liegt der dritte Zustand von drei vor.
Beschreibung
Eine Frau in traditionellem Karnevalskostüm steht im Vordergrund, die Lippen rot geschminkt, und putzt sich die Nase. Ihr Gesicht wird teilweise von einer Schattenfigur überlagert, die vielleicht einen Mann im Karnevalskostüm zeigt. Leicht wendet sie sich nach links. Hinter ihr deuten stilisierte Blätter oder Zweige einen Karnevalsbaum oder eine Bühne an. Der Bildaufbau wirkt asymmetrisch, der Blick haftet auf der Frau vorn und der Schattenfigur dahinter. Olivgrün und Rot bestimmen die Farbigkeit.
Kontext
Die Lithographie entstand 1894, als Toulouse-Lautrec mit Plakaten und Druckgrafiken das Pariser Nachtleben und die Unterhaltungskultur einfing. Sie fällt in die Belle Époque, eine Zeit, in der Karneval und Maskeraden beliebte Vergnügungen waren. Häufig arbeitete der Künstler mit der Druckerei Ancourt zusammen, wo er Neuerungen wie den Schaber nutzte.
Wirkung
Zuerst fällt die asketische Farbigkeit auf, dann die bewegte, leicht verzogene Gestalt. Die übereinandergelegten Gesichter stiften Verwirrung, fast surreal, und spielen auf die Maskerade des Karnevals an. Karge Linien und der Schaber geben dem Blatt eine unmittelbare, skizzenhafte Frische.
Technik
Für die Lithographie trug Toulouse-Lautrec Crayon und Pinsel auf den Stein auf und setzte zusätzlich einen Schaber ein, um Lichter und Texturen herauszuarbeiten. Gedruckt wurde in Olivgrün und Rot auf Büttenpapier. Das Blatt ist auf die Plattenkante beschnitten und zeigt den dritten Zustand des Drucks, was auf eine sorgfältige Überarbeitung durch den Künstler schließen lässt.
KI-generierter Beschreibungstext
Quelle: Metropolitan Museum of Art · Gemeinfrei (CC0 1.0)