Frau, die einen Strumpf anzieht
Originaltitel: Woman Putting on a Stocking
kurzbeschreibung
Edgar Degas' Bronzefigur „Frau, die einen Strumpf anzieht“ entstand zwischen 1895 und 1910. Sie stellt eine nackte Frau dar, die in einem unbeobachteten Moment auf einem Bein steht, sich leicht vorbeugt und mit einer Hand ihr Bein berührt, um einen Strumpf überzustreifen. Die Ausführung in Bronze misst 42,5 × 28,6 × 14,6 cm.
Beschreibung
Auf einem Bein balancierend, neigt sich die Frau nach vorn, ihre Hand liegt am Bein. Die Haltung wirkt bewegt und zugleich zerbrechlich; Muskeln und anatomische Details sind sorgfältig herausgearbeitet. Nackt und barfuß steht die Figur da, was den Blick auf ihre natürliche Körperlichkeit lenkt. Ein quadratisches Podest aus Holz und Metall setzt einen Kontrast zum warmen Bronzeton. Von oben einfallendes Licht hebt die Oberflächenstrukturen und plastischen Formen hervor.
Kontext
In seinen späten Jahren, zwischen 1895 und 1910, widmete sich Degas verstärkt dem weiblichen Akt in alltäglichen Posen. Er arbeitete oft mit Wachs und Ton; zahlreiche Skulpturen wurden erst nach seinem Tod 1917 in Bronze gegossen. Die Frau beim Strumpfanziehen gehört zu einer Reihe von Skulpturen, die private, intime Augenblicke des weiblichen Alltags festhalten. Zu Lebzeiten des Künstlers waren diese Arbeiten kaum öffentlich bekannt und erlangten erst durch die posthume Vervielfältigung in Bronze größere Verbreitung.
Wirkung
Die Figur rückt den Betrachter nah heran, fast wie ein heimlicher Beobachter, und fängt einen Moment der Verletzlichkeit und Konzentration ein. Die raue Bronzeoberfläche und die unsichere Balance der Pose erzeugen eine Spannung, die fesselt. Zugleich wirkt die Frau durch ihre natürliche Haltung und die genaue Anatomie sehr lebendig und ausdrucksstark.
Technik
Gegossen wurde die Skulptur in Bronze, hergestellt im Wachsausschmelzverfahren. Degas formte die Figur zunächst in Wachs oder Ton; erst später wurde sie in Bronze übertragen. Die Oberfläche ist unregelmäßig, teils rau, sodass die Spuren der Modellierung sichtbar bleiben und dem Werk eine haptische Qualität verleihen.
KI-generierter Beschreibungstext
Quelle: Metropolitan Museum of Art · Gemeinfrei (CC0 1.0)