Bei der Modistin (1881)
Originaltitel: At the Milliner's
kurzbeschreibung
Edgar Degas hielt 1881 in seinem Pastell „Bei der Modistin“ eine sitzende Frau fest, die einen großen Hut mit blauer Schleife in den Händen hält. Für das Bild nutzte er Pastellkreide auf fünf Büttenpapierstücken, die auf Papier und schließlich auf Leinwand aufgezogen wurden.
Beschreibung
Zentral sitzt die Frau auf einem Sofa und präsentiert einen breiten Hut, dessen blaue Schleife auffällt. Sie trägt ein hellblaues Oberteil mit weißer Spitzenborte am Kragen sowie eine braune Jacke; ihr Haar ist zu einem Knoten gebunden. Andeutungen von Vorhängen, einem Fenster und einem Möbelstück füllen den Hintergrund. Von links einfallendes Licht betont die Frau und den Hut. Die Farbigkeit bleibt pastellig und weich, dominiert von Blau- und Beigetönen.
Kontext
1881 entstanden, fällt das Werk in eine Phase, in der sich Degas stark mit dem Pariser Alltagsleben und insbesondere mit arbeitenden Frauen wie Modistinnen auseinandersetzte. Das Motiv der Hutmacherin taucht in den 1880er-Jahren mehrfach in seinem Schaffen auf. Obwohl Teil der Impressionistengruppe, mied Degas bewusst deren Freilichtmalerei und zog Innenraumszenen mit künstlichem Licht vor.
Wirkung
Die sanfte, pastellige Farbigkeit und die zentrale Anordnung verleihen dem Blatt eine ruhige, intime Stimmung. Der prüfende Blick der Frau auf den Hut erzeugt eine stille Konzentration, die den Betrachter unmittelbar in das Geschehen einbezieht.
Technik
Pastellkreide wurde hier auf fünf Büttenpapierstücken aufgetragen, die mit Papier hinterlegt und auf Leinwand montiert sind. Diese Vorgehensweise erlaubte Degas, Farben unmittelbar und ohne Pinsel einzusetzen, was weiche Texturen und feine Übergänge begünstigt. Dass mehrere Papierstücke verwendet wurden, spricht für eine überarbeitete Anordnung, die später auf einen festen Träger übertragen wurde.
KI-generierter Beschreibungstext
Quelle: Metropolitan Museum of Art · Gemeinfrei (CC0 1.0)