Frau mit Handtuch
Originaltitel: Woman with a Towel
kurzbeschreibung
Edgar Degas zeigt in diesem Pastell von 1894 oder 1898 eine Frau, die sich mit einem weißen Tuch trocknet. Ausgeführt ist das Blatt in Pastell auf cremefarbenem Büttenpapier, das von roten und blauen Fasern durchzogen ist, und misst 95,9 x 76,2 cm. Der intime Einblick in einen alltäglichen Moment ist bezeichnend für Degas’ spätes Schaffen.
Beschreibung
Zu sehen ist eine Frau mit rotem, hinten zusammengebundenem Haar, den Blick gesenkt, während sie das weiße Tuch in der Hand hält. Warme Gelb- und Blautöne des Hintergrunds treten in Kontrast zum hellen Stoff und zur Haut. Die Pastellkreide hinterlässt feine Striche und Schraffuren, die die Beschaffenheit des Papiers ebenso spürbar machen wie die Bewegung des Tuches. Der Bildaufbau verzichtet auf alles Beiwerk und richtet den Fokus ganz auf die Figur und ihre Handlung.
Kontext
In dieser Schaffensphase widmete sich Degas wiederholt dem Thema der Körperpflege, häufig in ungestellten, privaten Augenblicken. Da sein Augenlicht nachließ, griff er überwiegend zum Pastell, das ihm für die späten Arbeiten geeigneter erschien. Die unsichere Datierung zwischen 1894 und 1898 lässt auf eine längere Überarbeitung schließen. Solche Blätter zeigte Degas nicht öffentlich; sie blieben meist im Atelier.
Wirkung
Der Verzicht auf erzählerische Details und der gesenkte Blick der Frau erzeugen eine stille, vertraute Stimmung. Indem der warme Hintergrund mit dem hellen Tuch kontrastiert, rückt die zentrale Handlung in den Vordergrund und gewinnt sinnliche Gegenwart. Die sichtbare Struktur der Pastellkreide lässt das Bild unmittelbar und lebendig erscheinen.
Technik
Als Träger diente cremefarbenes Büttenpapier mit roten und blauen Fasern, auf das Degas Pastell auftrug. Feine Linien und Schattierungen lassen die Textur des Papiers durchscheinen. Der Farbauftrag erfolgt in mehreren Schichten, wobei die Papierfarbe in die Gestaltung einbezogen wird – ein Kennzeichen von Degas’ späten Pastellen.
KI-generierter Beschreibungstext
Quelle: Metropolitan Museum of Art · Gemeinfrei (CC0 1.0)