Schwangere Frau
Originaltitel: Pregnant Woman
kurzbeschreibung
Edgar Degas hat die „Schwangere Frau“ vermutlich zwischen 1896 und 1910 in Wachs geformt; 1920 wurde sie in Bronze gegossen. Die nackte Frau steht im Profil, die linke Hand liegt an ihrem gewölbten Bauch. Wie viele von Degas’ späten kleinen Plastiken gehört auch diese zu einer Reihe von Figuren, die er in seinen letzten Jahren schuf.
Beschreibung
Eine stehende Frau, von der Seite gesehen: Der linke Arm ist gebeugt, die Hand ruht sanft auf dem runden Bauch. Der Kopf neigt sich ein wenig nach unten, das kurze Haar sitzt locker. Die Figur steht auf einem rauen, felsigen Sockel, der sie emporhebt. Die Bronze ist dunkel und von einer Patina überzogen, welche die Struktur der Oberfläche hervortreten lässt. Licht modelliert die Körperrundungen und akzentuiert die Metalltextur.
Kontext
In seinen späteren Jahren arbeitete Degas viel mit Wachs; diese Figur entstand in dieser Phase und wurde erst nach seinem Tod in Bronze übertragen. Da sein Augenlicht nachließ, war er zunehmend auf das tastende Formen angewiesen. Das Motiv einer Schwangeren taucht in seinem Œuvre selten auf und belegt sein Interesse am menschlichen Körper in alltäglichen, intimen Augenblicken.
Wirkung
Die Schlichtheit der Anordnung und die natürliche Haltung der Frau berühren unmittelbar. Rohe, nicht geglättete Oberflächen treffen auf die zarte Geste der Hand – daraus entsteht eine intime, ja verletzliche Stimmung. Der felsige Sockel gibt der Figur erdigen Halt und verleiht ihr zugleich monumentale Präsenz.
Technik
Ursprünglich in Wachs geformt, wurde die Figur später in Bronze gegossen. Die dunkle Patina stammt aus Oxidation und nachträglicher Behandlung. Im Abguss sind die unregelmäßigen Spuren des Modellierens erhalten – sie verweisen auf den Entstehungsprozess.
KI-generierter Beschreibungstext
Quelle: Metropolitan Museum of Art · Gemeinfrei (CC0 1.0)